Fettabsaugung bei Lipödem

Trotz schlanker Körpermitte sind die Beine und teilweise auch die Arme voluminös und druckschmerzhaft. Diese ungewöhnliche Fettverteilung in Kombination mit Berührungsempfindlichkeit kennzeichnet typischerweise das Lipödem. Der Leidensdruck ist für betroffene Frauen meist sehr groß. Die meisten Betroffenen sind häufig zunächst jahrelang damit beschäftigt das Krankheitsbild des Lipödems zu diagnostizieren und Hilfe zu suchen.
Unsere beiden Fachärzte für Plastische & Ästhetische Chirurgie haben ein spezielles Konzept, in Einklang mit der aktuell gültigen Leitlinie zur Behandlung des Lipödems, erstellt um Ihnen zu helfen sich wieder in Ihrem Körper wohlzufühlen.

Woran erkenne ich ein Lipödem?

Im Anfangsstadium kann es sehr schwer sein ein Lipödem zu erkennen. Betroffene Frauen wundern sich zunächst warum sie an den betroffenen Stellen, häufig die Oberschenkel, zunehmen, obwohl sie an ihren Essgewohnheiten nichts geändert haben. Mit fortschreitender Erkrankung wird die charakteristische Fettverteilungsstörung immer besser sichtbar. Vom Lipödem betroffen sind überwiegend Frauen. Wir gehen davon aus, dass es eine genetische Ursache für die Erkrankung gibt. Häufig tritt das Lipödem nach hormonellen Änderungen, z.B. einer Schwangerschaft oder Pubertät auf. In der Folge wachsen die Fettzellen überproportional, das Bindegewebe verändert sich und es kommt zu Wassereinlagerungen. Zu diesem Zeitpunkt wird das Lipödem häufig mit einer Adipositas, einer kalorienbedingten Gewichtszunahme, verwechselt. Daher ist das Vorhandensein der Druckempfindlichkeit ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Übergewicht. Übergewicht bedingtes Fettgewebe schmerzt nicht bei leichter Berührung. Die Veränderungen des Lipödems treten immer symmetrisch auf, häufig zwischen der Hüfte und den Sprunggelenken. In ca. 30% der Fälle sind auch die Arme betroffen.

Typisches Erscheinungsbild des Lipödems:

  • Symmetrische Verteilung
  • Schmerzgefühl der Beine
  • Orangenhaut und Cellulite
  • Berührungsempfindlichkeit und Neigung zu Blutergüssen
  • „Polster“ an der Oberschenkelvorderseite und unterhalb des Knies
  • Verhärtungen im Unterhautgewebe

Welche Stadien des Lipödems gibt es?

Das Lipödem entwickelt sich chronisch fortschreitend, so dass es im Laufe der Zeit möglich ist verschiedene Stadien zu durchleben. Die Einteilung des Schweregrades erfolgt anhand des sichtbaren Hautbildes und des Tastbefundes:Stadium I: Hautoberfläche glatt, Subkutis verdickt, Fettstruktur feinknotig.Stadium II: Hautoberfläche uneben, Fettstruktur grobknotig.Stadium III: Gewebe zusätzlich derber und härter, großlappig deformierende Fettlappen. 

Wie wird ein Lipödem behandelt?

Zunächst wird häufig eine Behandlung ohne Operation mittels Kompressionswäsche, Lymphdrainage und Bewegungstherapie versucht. Diese Massnahmen sind grundsätzlich auch geeignet die Beschwerden des Lipödems zu reduzieren. Die Veränderung des Fettgewebes lässt sich dadurch jedoch nicht mehr rückgängig machen. Eine länger anhaltende Linderung der Schmerzen bringt häufig nur eine Fettabsaugung. Dabei ist eine Fettabsaugung aus rein kosmetischen Gründen nicht mit einer medizinisch notwenigen Absaugung beim Lipödem zu vergleichen. Beim Lipödem stehen Volumenreduktion und Schmerzlinderung im Vordergrund. Daher werden meist auch deutlich größere Volumina beim Lipödem abgesaugt. Trotzdem ist es häufig erforderlich die veränderten Fettzellen in 2 oder 3 Eingriffen zu entfernen.

Behandlung des Lipödems in der Schlosspraxis Brühl

Im Laufe der letzten 10 Jahre haben wir in der Schlosspraxis Brühl große Erfahrung auf dem Gebiet der Fettabsaugung erfahren dürfen. Speziell für die Behandlung des Lipödems haben wir ein Konzept aus folgenden Faktoren zusammengestellt:

  • Fettabsaugung durch einen erfahrenen Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie
  • Stationäre Überwachung nach der Operation auf der Privatstation des angrenzenden Marienhospital
  • Spezielle Hautpflege und Kompressionskleidung
  • Frühzeitiger Beginn mit Stosswellenbehandlung
  • Tägliche Bewegungstherapie

Unsere beiden Fachärzte für Plastische & Ästhetische Chirurgie verfügen beide über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich der Plastischen Chirurgie. Diese Erfahrung ist wichtig für die Einschätzung was wir Ihrem Körper in der Operation zumuten können und wo es Grenzen gibt. Mehr als 6 l Fett, bzw. Maximal 10% des Körpergewichtes, sollten nach unserer Einschätzung in einer Operation nicht entfernt werden, da sonst das Risiko für Komplikationen, wie z.B. Thrombosen, deutlich ansteigt. Außerdem sollten Sie nach einer Fettabsaugung solch großer Mengen auch unbedingt für 1 Nacht stationär überwacht werden. Bei Bedarf können Infusionen für den Kreislauf oder Schmerzmittel verabreicht werden. Es ist davon auszugehen, dass in den ersten 24 h noch Flüssigkeit und Wundwasser aus den kleinen Punktionsstellen heraustreten. Nach Erneuerung der Wundverbände können Sie am Tag nach der Operation das Krankenhaus verlassen.
Hautpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung nach erfolgter Operation. Ihre Haut wird anschwellen, sich gespannt anfühlen und unter dem Mieder ggf. jucken und schuppen. Über die letzten Jahre haben wir hierfür eine perfekte Hautpflege gefunden die diese Nebenwirkungen deutlich lindert.
Etwa 2 Wochen nach der Operation starten wir die abgesaugten Areale mit Stosswellen zu behandeln. Stosswellen sind Druckwellen, die im Gewebe den Lymphabfluss verbessern und die Straffung des Bindegewebes unterstützen.
Unmittelbar nach Entlassung aus dem Marienhospital bitten wir Sie täglich Spaziergänge durchzuführen. In den ersten Tagen schaffen Sie vielleicht nur 15 Minuten am Stück. Nehmen Sie sich bitte alle Ruhepausen die Ihnen gut tun. Nach 1 Woche sollte es möglich sein ca. 60 Minuten am Stück zu gehen. Alternativ dazu empfehlen wir nach Abheilung der kleinen Wunden Bewegungstherapie im Wasser, z.B. Aquajogging, durchzuführen um die Gelenke zu entlasten.

Hautstraffung nach der Fettabsaugung

In seltenen Fällen kann es sein, dass sich Ihre Haut nach der Fettabsaugung nicht wie gewünscht zusammenzieht und im weiteren Verlauf eine Oberschenkelstraffung oder Oberarmstraffung erforderlich ist. Natürlich werden wir mit Ihnen im Vorfeld über diese Möglichkeit sprechen und versuchen abzuschätzen wie hoch das Risiko bei Ihnen ist.

Was kostet die Fettabsaugung bei Lipödem

Häufig werden wir gefragt ob die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Am 24. April 2018 hat das Bundessozialgericht entschieden, dass gesetzlich Versicherte kein Anrecht auf eine Fettabsaugung haben. Damit scheidet die Kostenübernahme einer gesetzlichen Krankenversicherung aus.
Nach einer eingehenden Beratung und Untersuchung erhalten Sie von uns einen schriftlichen Kostenvoranschlag, den unsere Fachärzte gemeinsam mit Ihnen besprechen. Dieser Kostenvoranschlag enthält die Kosten für die Fettabsaugung, Anästhesie, Übernachtung, Nachkontrollen, Kompressionswäsche, Hautpflege, Schmerzmittel, Verbandsmittel und 3 Stosswellenbehandlungen nach der Operation. Da eine Fettabsugung beim Lipödem deutlich länger dauert und größere Mengen Fett entfernt werden als bei einer rein ästhetischen Absaugung müssen Sie mit Gesamtkosten von ca. 8.000 € je Operation rechnen. Sollte eine Ratenzahlung für Sie von Interesse sein können Sie unsere Fachärzte oder unser Praxisteam gerne darauf ansprechen.

Schlosspraxis Brühl
Dr. med. Achmed Tobias Scheersoi
Dr. med. Maximilian Rossbach
Fachärzte für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Mühlenstraße 25 / 50321 Brühl

Telefon02232/213324
E-Mailinfo[at]schlosspraxis-bruehl[dot]de